Mord in deutschen Wohnzimmern – ein Tapetenkrimi Teil 2

Die Langeweile ist tot! Verdacht auf Tapete steigt!

Anne May: Oilily Home„Sie glauben also, die Tapeten haben die Langeweile in deutschen Wohnungen getötet?“, sagte Krüger. „Bitte erklären Sie das.“ „Wenn ich alles richtig verstanden habe, dann haben sich Möbel, Deko-
gegenstände und Tapeten als Hauptverdächtige herauskristallisiert“, antwortete Mario. „Ich glaube, es können nur die Tapeten gewesen sein. Neue Möbel sind zwar effektiv, wenn es darum geht, einen Raum zu verwandeln – aber letztlich viel zu teuer, als dass man sich ständig brandneue gönnen würde. Und all die hübschen Dekogegen-
stände in den Wohnräumen werten Wohnungen zwar enorm auf, reichen aber bei Weitem nicht aus, um sie komplett zu verwandeln und die Langeweile so dermaßen in die Bredouille zu bringen. Tapeten sind viel günstiger als neue Möbel, können Räume aber dennoch vollkommen verändern. Zudem gibt es zahllose von ihnen, in unterschiedlichen Materialien und Arten und nicht zuletzt in endlosen fabelhaften Farben und Designs.“ „Ich glaube, Mario hat Recht“, sagte Anne May. „Schicke Tapeten finden sich in den letzten Jahren überall. Wenn ich einfach mal im Geist die Räume durchgehe, in denen ich mich in letzter Zeit aufgehalten habe, dann ist das schon auffällig. Heute Morgen war ich bei meiner Freundin Karen zum Frühstück. An den Wänden? Brandneue Tapeten von Oilily Home. Aus dem Tapetenshop, wie Karen meinte. Und bei mir zu Hause sieht es im Übrigen auch nicht anders aus. Ich habe Tapeten von Esprit an den Wänden.“

 

Pavel Hartmann: AisslingerPavel nickte bedächtig. „Ich war gestern Abend auf ein paar Drinks in dieser feinen neuen Bar am Ku’damm. Und was meint ihr wohl, was ich da gesehen habe?“ „Schicke Tapeten?“, warf Mario ein. Pavel setzte sich an Krügers Computer, rief die Homepage des Tapetenshop auf und klickte sich durch die Auswahl. „Die hier“, sagte er schließlich und zeigte auf eine edle
Tapete aus der aktuellen Nina Anders: AP Digital 2Aisslinger-Kollektion. „Ich war gestern beim Zahnarzt“, meldete sich nun Nina Anders zu Wort. „Und selbst da starrte ich während der Behandlung auf eine schicke Fototapete mit New-York-Motiv!“ „Ich sage doch“, meinte Mario. „Die sind überall! Schaut euch doch nur mal um!“ Die Blicke der Anwesenden wanderten in Krügers Büro umher und blieben schließlich an der
schicken neuen Tapete hängen.

 

Nina Anders zeigt auf die neue Versace Tapete an der Wand „Was ist das?“, fragte Nina. „Die ist aus der neuen Versace Wallpaper Kollektion“, gestand Krüger. „Wo hast du die her?“, fragte Anne atemlos. „Aus dem Tapetenshop“, antwortete Krüger. „Okay, Mario hat vollkommen Recht“, sagte Anne May. „Es waren die Tapeten, die der Langeweile in den deutschen Häusern den Garaus machen wollen – und zwar nicht nur diese, sondern auch alle anderen. Und ganz ehrlich? Die Tapeten die es im Tapetenshop von A.S. Création gibt, und die so tolle und breit gefächerte Auswahl für jeden bieten, scheinen besonders verdächtig. Aber so wie ich das sehe, haben wir zwei dicke, fette Probleme. Erstens: Welche der Tapeten aus dem Tapeten-
shop waren es denn nun? Und zweitens: Wie wollen wir das alles beweisen?“„Bisher
habe ich vor allem Indizien gefunden“, schaltete sich Krüger ein. „Ganz wichtig scheint mir zu sein, dass Tapeten heutzutage nicht nur besonders schön, sondern auch leicht anzubringen sind.

 

 

 

Darf ich euch Beweisstück A vorführen?“ Die Anwesenden nickten und rückten näher an den Schreibtisch, um den Youtube-Clip besser sehen zu können, den Krüger abspielte. „Wahnsinn, so leicht ist mit Vliestapete tapeziert?“, fragte Pavel. „Das erklärt einiges.“ Krüger nickte. „Und nun schau mal hier!“ Krüger öffnete die Homepage des Tapetenshop. „Zahllose moderne Tapeten in allen nur denkbaren Designs. Natürlich, klassisch, jung, vom Designer, für Kinder. Fototapeten. Bestseller ohne Ende, von Esprit Tapeten über Brigitte Tapeten bis hin zu Tapeten von Contzen, Michalsky oder Jette!
Und ständig kommen neue hinzu!“ In ihrer Aufregung redeten alle durcheinander. „Ich habe da noch etwas anderes gefunden“, sagte
Krüger und breitete einen kleinen Stapel Ausdrucke auf dem Schreibtisch aus.

 

Pete Krüger zeigt dem Ermittler-Team die Facebook-Seite des Tapetenshops auf seinem ComputerWas ist das?“, fragte May. „Das sind die Aufzeichnungen über die Online-Aktivitäten von A.S. Création und dem Tapetenshop“, antwortete Krüger. Das Team beugte sich erst über die Papiere und richtete seine Blicke dann wieder auf den Computerbildschirm, während Krüger nacheinander verschiedene Social-Media-Seiten durchklickte.

„Wow“, sagte May. „Facebook, Twitter und Youtube?“ „Instagram, Pinterest und Google+ nicht zu vergessen.

    

Die haben im ganzen Internet Spuren hinterlassen. Social-Media-Kanäle, Blogs, Bilder, Videos – das volle Programm. Es ist fast, als wollten sie, dass wir ihnen auf die Schliche kommen. Die brüsten sich ja regelrecht damit, dass sie es waren, die die Langeweile um die Ecke gebracht haben.“ „Das ist ja eine richtige Verschwörung!“, sagte Mario. „Eine Verschwö-
rung gegen die Langeweile!“ „Das denke ich auch“, antwortete Krüger. „Die Frage, welche Tapeten nun genau die Schuld tragen, stellt sich eigentlich gar nicht. Die waren das alle gemeinsam!“ Alle in der Runde nickten zustimmend. „Ich denke, wenn wir alle gesammelten Informationen zusammenwerfen, dann haben wir Indizien genug“, sagte schließlich Nina Anders. „Und was machen wir nun damit?“, fragte Mario. Schweigen trat ein. Krüger war schließlich der Erste, der es durchbrach.

 

„Gar nichts“, antwortete er. Alle bis auf Anne May nickten. „Aber die Langeweile wurde getötet. Das ist Mord! Muss
der nicht bestraft werden?“ „Ganz ehrlich?“, sagte Krüger. „Mir gefällt mein Büro so viel besser, seit ich eine schöne Tapete an der Wand habe. Und sagtest du vorhin nicht selbst, dass du bei dir zu Hause auch eine tolle Tapete von Esprit tapeziert hast? Möchtest du gerne auf sie verzichten und wieder die Langeweile zu Hause haben?“ Anne May überlegte kurz, dann schüttelte sie entschieden den Kopf. „Nein“, sagte sie. „Will ich nicht. Und wenn ich hundertprozentig ehrlich
bin, dann konnte ich die blöde Langeweile noch nie leiden.“ Das Team nickte zustimmend. Der Fall war gelöst –
aber Strafe würde es nicht geben. Ganz im Gegenteil. Pete Krüger lächelte zufriedensteckte sich eine E-Zigarette an.

Die Crew des Tapetenkrimis reckt die Daumen hoch

 

Galerie Tapetenkrimi Teil 2:

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